Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

Hobby

 
 


Kampfläufer

Philomachus pugnax



Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)


Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)


Gattung: Kampfläufer (Philomachus)


Art: Kampfläufer (Philomachus pugnax)

 


Aussehen
Sehr variable Art! Die Grösse variiert zwischen gut alpenstrandläufer-gross (kleinste Weibchen) bis gut rotschenkel-gross (grösste Männchen). Typisches Erscheinungsbild mit relativ dickem Körper, langem Hals, kleinem Kopf und etwa kopflangem Schnabel.

Schlichtkleid:
Die Oberseite hat dunkle Zentren und diffuse hellen Federränder. Die Unterseite ist einheitlich weisslich.

♂ Prachtkleid:
Unverkennbar mit aufrichtbarer Federhaube und Halskrause in diversen Farbkombinationen (weiss, beige, braun, schwarz). Körpergefieder ebenfalls sehr variabel von überwiegend weiss bis überwiegen schwarz mit braunen und schwarzen bzw. weissen Flecken. Schnabelfarbe variiert von hell rötlich bis schwarz. Die Beine sind von orange bis rötlich.

♀ Prachtkleid:
Ähnlich wie im Schlichtkleid, aber helle Federränder deutlich von schwarzen Zentren abgesetzt (dadurch geschupptes Aussehen).Die Brustseiten unregelmässig dunkel gefleckt.

Jugendkleid:
Die Oberseite kräftig geschuppt durch dunkle Federn mit hellen Rändern. Die Unterseite ist hell mit beiger Brust und weissem Bauch.


Größe
20cm - 30cm

Spannweite
45cm - 60cm

Gewicht
70g - 230g


Nahrung
Würmer, Schnecken, Insekten, Sämereien

Fortpflanzung
In der Brutzeit machen die Kampfläufermännchen ihrem Namen alle Ehre. Sobald diese ihr Balzgefieder anlegen, das aus einer "Perücke" am Kopf und einer Halskrause besteht, beginnt die Balz. Diese unterliegt einem komplizierten Ritual und findet auf speziellen Plätzen, den so genannten Arenen statt. Sie werden von 5 bis 20 Männchen besetzt und sind in Balzterritorien von zirka 30 Zentimeter Durchmesser unterteilt. Diese Territorien sind dann jeweils einen bis eineinhalb Meter weit von einander entfernt. In den Arenen entsteht unter den Männchen eine so genannte "Mehrklassengesellschaft", die sich teilweise an der unterschiedlichen Färbung des Gefieders des Männchens ablesen lässt. Ganz sicher liegt es aber an dem Verhalten und Imponieren. Farbe ist Trumpf, und an dieser mangelt es aber an den "Satellitenmännchen", die eine weiße Halskrause und Perücke besitzen. Das Verhalten dieser weißen Vögel ist daher weniger Aggressiv und erobern dem zufolge kein eigenes Territorium. Das genaue Gegenteil zu diesen, sind die "unabhängigen" Männchen, die ein prächtiges, dunkles Federkleid besitzen und ihr Revier mit Schnabel und Krallen verteidigen. Diese „unabhängigen“ Hähne teilen sich dann noch mal in "Platzhähne" ein, die ständig ein Balzterritorium besitzen, und "Randmännchen", die es nur für wenige Minuten im Besitz haben. Zu diesen zählen oft die jungen Kampfläufer, die noch nicht ganz ausgefärbt sind oder Männchen von benachbarten Territorien die in fremden prahlen wollen. Die Platzhähne sind richtige Frühaufsteher, die oft zwei Stunden vor Sonnenaufgang Stellung beziehen. Nach diesen erscheinen die Satellitenmännchen und Randhähne, kurz vor den Weibchen. Das richtige Balzverhalten beginnt sobald die Hennen auftauchen. Mit tiefen Verbeugungen, auf der Stelle treten, Drehungen um die eigene Achse und Sprünge, die durch das Flügelschlagen noch unterstütz werden, wird den Weibchen imponiert. Gleichzeitig dient es dazu die anderen Männchen im Auge zu behalten und sie in die Schranken zu weisen. Sobald sich eine Henne einen Hahn ausgesucht hat geht sie auf ihn zu, der Hahn kauert sich anschließend mit gespreizten Flügeln auf den Boden um seine Friedfertigkeit auszudrücken. Nachdem das Weibchen diese Geste nachahmt erfolgt die Begattung.
Männchen tragen zur Fortpflanzung nur wenig bei, es beschränkt sich lediglich auf die Balz und die Begattung der Weibchen. Weder am Nestbau noch bei der Bebrütung oder Aufzucht der Jungen beteiligen sie sich. Nicht weit entfernt von dem Platz an dem die Balz der Männchen stattgefunden hat, beginnt schon die alleinige Verantwortung der Weibchen. Bei der Suche nach  einem geeigneten Platz für den Nestbau. Dieser liegt oft erhöht und ist von Grasbüscheln oder Sumpfvegetation umgeben. Dabei bevorzugen sie mit Gras bewachsene Grabenränder. Mit ihren Füßen scharren sie mit Körperdrehungen eine flache Mulde aus, die sie mit Gras- und Strohhalmen sowie anderen Pflanzenteilen auslegen. Nach diesen Vorbereitungen legen die Weibchen mit einem Abstand von mehr als einem Tag vier Eier. Die Eier haben eine weißlichgrüne bis hellolivfarbene Färbung mit unregelmäßigen, dunklen Flecken und haben eine kreiselartige Form, die ihnen hilft nicht so leicht wegzurollen. Im Nest ordnen sie die Weibchen mit der stumpfen Seite nach außen an. Erst nachdem das letzte Ei gelegt ist, beginnt es zu brüten. Dies führt dazu, dass fast alle Küken gleichzeitig schlüpfen und macht es sehr vorteilhaft für die Kampfläufer, und andere Arten deren Junge weit entwickelt sind und das Nest früh verlassen. Während des Brütens verhalten sich die Hennen sehr vorsichtig. Schon bei der Wahl des Nestes achten sie darauf, dass es überall genug Deckung gibt. Oft verbergen große Pflanzenteile das Nest oder es bilden Zweige oder Grashalme ein Dach über der kleinen Nistmulde. Die Weibchen verlassen ihr Gelege immer auf demselben Pfad und betreten es auf einer anderen Stelle, dadurch entstehen nach einer Zeit ausgetretene Wege, die im Notfall eine schnelle Flucht ermöglichen. Sehr selten fliegt das Weibchen direkt vom Nest auf, da es ansonsten zu große Aufmerksamkeit darauf lenkt. Bei der Rückkehr nähert es sich immer mit großer Vorsicht. Nach etwa 3 Wochen Brutzeit schlüpft im Abstand von 4 bis 6 Stunden, eine kleine Schar von flaumigen Küken, die sich durch die relativ weit entwickelten Beine auszeichnen und recht unternehmungslustig sind. Ihr Dunenkleid ist an der Unterseite einheitlich ockerfarben bis rotgelblich, der Rücken ist gesprenkelt. Bei Gefahr drücken sich die Jungen reglos an den Boden und verschmelzen durch ihre Färbung mit dem Boden. Solange sie ihre Körpertemperatur noch nicht selber aufrechterhalten können, flüchten sie in regelmäßigen Abständen unter die wärmenden Fittiche des Weibchens. Wenige Stunden nach dem Schlüpfen wagen sich die Jungen für kurze Ausflüge aus dem Nest, sie entfernen sich dabei aber nicht mehr als einen Meter von ihrer Mutter, die ihre Jungen mit leisem Rufen zurücklockt. Von Anfang an kümmern sich die Küken selbst um ihr Futter und picken nach Nahrung. Die Mutter kümmert sich lediglich um die Führung der Jungen und um den Schutz vor Feinden und dem Wetter. Schon nach 10 bis 15 Tage nach dem Schlüpfen und bevor die Jungen überhaupt flügge sind, trennt sich das Weibchen von ihnen. Ihre ersten Flugversuche unternehmen sie im Alter von 25 bis 28 Tagen und kurz darauf verlassen die Jungen die Brutgebiete.


Feinde
Infektionskrankheiten (z.B. Vogelgrippe/Vogelpest), Parasiten, Fuchs, Marderhund, Wiesel, Falken, Möwen, Krähen, Mensch

Alter
ca.15 Jahre

Zugvogel
Der Kampfläufer ist überwiegend ein Langstreckenzieher.


Lebensraum
Feuchtwiesen

Verbreitung
Europa, Asien und Afrika


Beobachtungszeitraum
Von März bis November. Der beste Zeitraum ist von Mitte März bis Mitte Mai und von Ende Juni bis Anfang Oktober.
Jahresbeobachtungen

Status Code
BZ

Bestand und Gefährdung
Der Kampfläufer wird in der Roten Liste des IUCN als vom Aussterben bedroht geführt.
Es gibt in Deutschland noch 19 - 26 Brutpaare.