Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

Hobby

 
 

Zaunkönig
Troglodytes troglodytes


Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)


Unterordnung: Singvögel (Passeri)


Familie: Zaunkönige (Troglodytidae)


Gattung: Troglodytes


Art: Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)



Aussehen

Sehr kleiner, rundlicher Vogel mit einheitlich bräunlichem Gefieder und meist gestelztem Schwanz.


 

Größe

9cm - 10cm


Spannweite

14cm - 15cm


Gewicht

8g - 13g

 


Nahrung

Insekten, Larven, Spinnen, Asseln, Sämereien, kleine Beeren


Fotpflanzung

Der Zaunkönig erreicht die Geschlechtsreife im Alter von einem Jahr. Die Paarungszeit beginnt in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen März und Mai. Zaunkönige leben grundsätzlich sowohl monogam als auch polygam. Demnach leben etwa die Hälfte aller Männchen polygam. Im Falle einer polygamen Lebensweise hält sich ein Männchen zwei bis drei Weibchen in seinem Revier. Neben dem Nahrungsangebot gelten auch die Reviergröße, der Gesang und die Habitatsstruktur zu den wichtigsten Faktoren, die eine polygame Lebensweise ableiten lassen. Voraussetzung ist natürlich auch das Vorhandensein mehrerer Wahlnester, die das Männchen im Vorfeld errichten muss. Bei der Ehe handelt sich in fast allen Fällen um eine Saisonehe, die meist nur eine Brut lang hält. Bei Zweitbruten kommt es innerhalb einer Saison in der Regel nicht das gleiche Weibchen zum Tragen. In seinem Revier duldet ein Männchen des Zaunkönigs keine Nebenbuhler. Der Zaunkönig ist bei der Nistplatzwahl nur wenig wählerisch, er nimmt an, was ihm als geeigent erscheint. Lukrative Nistplätze werden vom Zaunkönig Jahr für Jahr aufgesucht. Bereits vor der Partnerwahl beginnt das Männchen mit dem Bau mehrerer Nester, die er später einem potentiellen Weibchen präsentiert. Bei diesen "Vornestern" oder auch "Wahlnestern" handelt es sich im Grunde nur um Rohbauten. Nach der Verpaarung wählt das Weibchen eines dieser Nester aus und beginnt mit der Fertigstellung. Sie polstert das ausgewählte Nest mit weichen Materialien aus und bereitet es für die Eiablage vor. Männchen beteiligen sich nur in seltenen Fällen an der Fertigstellung des Nestes. Die anderen Wahlnester werden gelegentlich für die Nachtruhe genutzt. Die Anzahl der Wahlnester in einer Saison ist in Abhängigkeit vom Vorkommen zu sehen. Man schätzt, das ein Männchen zwischen zwei und sieben Wahlnester in einer Saison errichtet. Der Nestbau beginnt in der Regel Ende Februar oder im Laufe des März. Die Bauarbeiten beginnen meist mit dem ersten schönen Wetter. Bei kaltem Wetter oder Schnee ruhen die Bauaktivitäten. Der Bau eines Nestes nimmt zumeist einen oder zwei Tage in Anspruch. Als Baumaterial nutzt das Männchen feuchtes oder halbfeuchtes Material, da sich dieses besonders gut verarbeiten lässt und gut haftet. Dabei handelt es sich meist um feuchte Blätter. Darüber hinaus werden auch Grashalme, kleine Ästchen und Wurzeln verarbeitet. Besonderes Augenmerk legt das Männchen auf das Flugloch. Dieses wird besonders verstärkt, da es beim Nisten und beim Füttern der Jungen besonders beansprucht wird. Ein ausgewähltes Brutnest wird vom Weibchen ausgepolstert. Dazu nutzt sie Federn, Tierhaare, Moose und andere weiche Materialien. Das  Nest weist insgesamt eine kugelige Form auf. Der Eingang befindet sich seitlich am Nest und ist rundlich. Ein Gelege besteht aus fünf bis sieben, selten auch bis acht oder gar neun Eiern. Die Eier weisen eine ovale Form und eine leicht glänzende weißliche Färbung auf. Bräunliche bis rostbraune kleine Punkte sind auf dem gesamten Ei verteilt. In der Regel erfolgt die erste Eiablage in gemäßigten Regionen wie Deutschland zwischen Ende April bis Anfang Mai. Zu Zweitbruten kommt es in der Regel etwa zwei Wochen nach dem Ausfliegen der Jungvögel und fällt meist in den Monat Juni. Das Wärmen der Eier übernimmt ausschließlich das Weibchen. Das Männchen wacht während dieser Zeit über sein Revier und baut weitere Nester. Es versucht damit weitere Weibchen anzulocken. Das Weibchen wird vom Männchen übrigens während der Brutdauer nicht gefüttert. Sie muss sich selbst mit Nahrung in den Brutpausen versorgen. Das eigentliche Wärmen der Eier beginnt mit der Ablage des letzten Eies. Je nach Verbreitungsgebiet und Witterung erstreckt sich das Bebrüten der Eier über einen Zeitraum von 14 bis 18 Tagen. Der Schlupf der Küken erfolgt im Verlaufe von einem Tag. Die Eischalen werden vom Weibchen aus dem Nest entfernt. Der Schlüpferfolg liegt in gemäßigten Regionen bei etwa mehr als 90 Prozent. Die geschlüpften Küken sind beim Schlupf nackt und blind. Lediglich spärlich verteilte Dunen bedecken den Körper. Ab dem fünften Lebenstag durchstoßen die ersten Federn die Haut. Dieses erste Gefieder wird auch als Kleingefieder bezeichnet. Mit diesem Kleingefieder fliegen sie auch aus. Ab dem 10. Lebenstag können die Jungvögel das Nest verlassen. Dies tun sie vor allem bei Gefahr. Sie verstecken sich dann außerhalb des Nestes oder fliegen ein paar Meter. Einige Tage später sind sie voll flugfähig. Die Flugfähigkeit erreichen bei weitem aber nicht alle Küken.



Feinde

Infektionskrankheiten, Parasiten, Wetter, Rabenvögel, Falken, Sperber, Katzen, Eichhörnchen, Mensch


Alter

ca.6 Jahre



Zugvogel

Der Zaunkönig ist überwiegend ein Kurzstreckenzieher.


Besonderheit

Es gibt 13 Unterarten


Lebensraum

Wäldern, Parks, Gärten, Kulturlandschaften


Verbreitung

Europa, Asien, Afrika


Beobachtungszeitraum
Von Januar bis Dezember.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJZW


Bestand und Gefährdung
Der Zaunkönig wird in der Roten Liste des IUCN als nicht gefährdet geführt.

Es gibt in Deutschland etwa 2.600.000 - 3.100.000 Brutpaare.