Ornitohlogische Fotos und Steckbriefe zu verschiedenen Vogelarten

 

 
 


Waldschnepfe

Scolopax rusticola




Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)


Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)


Gattung: Eigentliche Schnepfen (Scolopax)


Art: Waldschnepfe (Scolopax rusicola)



Aussehen

Die Waldschnepfe ist in ihrer färbung der Bekasine sehr ähnlich, jedoch is sie gedrungener, mit kürzerem Schnabel und hervorragend an den Waldboden angepasstem. Vorwiegend ist sie dämmerungs- und nachtaktiv.


Ähnliche Vogelarten

Bekassine, Zwergschnepfe



Größe

33cm - 35cm


Spannweite

56cm - 65cm


Gewicht

250g - 420g


Nahrung

Insekten und Würmer


Fortpflanzung

Die Brutzeit erstreckt sich in Mitteleuropa von März bis Ende Juli. Es finden bei einem Teil der Weibchen zwei Jahresbruten statt. Während bzw. nach dem Durchzug nordischer Schnepfen beginnt die kurze Balz und Paarungszeit. Die Männchen fliegen innerhalb von zwei bis drei Wochen mehr oder weniger gleiche Kontrollflächen ab, die sie abends und morgens für ca. 10 bis 30 Minuten bestreifen. Dieser typische Balzflug wird Schnepfenstrich genannt. Obwohl der Schnepfenstrich mit Balzgesang bei der Revierbesetzung abgrenzende Bedeutung hat, gibt es allerdings keine strengen Reviergrenzen, weshalb sich zwei oder mehr Männchen nahekommen können. Bisweilen kommt es zum sogenannten Kommentkampf in der Luft. Der Balzflug dient zur Kontaktaufnahme von Männchen und Weibchen. Das Weibchen lockt das fliegende Männchen an und es folgt eine Bodenbalz mit folgender Paarung. Es kommt auch vor, dass mehrere Männchen gemeinsam um ein Weibchen balzen bzw. sich ein Männchen mit bis zu vier Weibchen paart. Die Paarung findet dort oder in Nähe des Nestes vor und während der Eiablage statt. Nach der Paarung trennen sich die beiden Vögel wieder. Waldschnepfen leben promisk, das heißt, dass Weibchen und Männchen lediglich zur Paarung zusammenfinden und sich danach wieder trennen. Die Bebrütung der Eier und die Jungenaufzucht führt das Weibchen allein durch. Das Nest ist eine Mulde am Boden, die mit Laub, Gras, Moos und anderen Pflanzenteilen gepolstert ist. Es wird oft an Grenzen (Schneisen, Waldkanten, natürliche Lichtungen) innerhalb des Waldes angelegt. Das Weibchen legt in der Regel vier Eier und bebrütet sie ca. 20 bis 21 Tage, bis die Küken schlüpfen. Die Jungvögel sind Nestflüchter und kommen mit kurzen Schnäbeln auf die Welt. Die Mutter versorgt die Jungen mit Futter und schützt sie bei drohender Gefahr mit Warnrufen und Verleiten durch Vortäuschen einer Flugbehinderung, um Prädatoren oder Menschen fortzulocken. Waldschnepfen verlassen sich aber auch überwiegend auf ihr tarnendes Gefieder und ducken sich lange am Boden. Altvögel fliegen beim Herannahen eines störenden Menschen erst im letzten Moment auf, manchmal erst auf wenigen Metern. Nach ca. 5 Wochen sind die Jungvögel flügge. Nach einer ersten Brut- und Aufzuchtzeit (März bis Mai) beginnt ein Teil der Weibchen eine zweite Brut (Juni/Juli).


Feinde

Iltis, Wanderratte, Waschbär, Marderhund, aber auch  Schwarzwild, Dachs, Fuchs oder Marder


Alter

ca. 15 Jahre


Zugvogel

Die Waldschnäpfe ist überwiegend ein Kurzstreckezieher


Besonderheit

Es gibt 2 Unterarten


Lebensraum

feuchte Laub- und Mischwälder


Verbreitung

Europa, Asien


Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember. Der beste Zeitraum ist von Anfang März bis Ende Juni.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJZW


Bestand und Gefährdung

Die Waldschnepfe steht in der Roten Liste des IUCN auf der Vorwarnlise.

Es gibt etwa 20.000 - 39.000 Brutpaare in Deutschland