Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

Hobby

 
 

Waldohreule
Asio otus



Ordnung: Eulen (Strigiformes)


Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)


Gattung: Ohreulen (Asio)


Art: Waldohreule (Asio otus)



Aussehen

Mittelgrosse, schlanke, braune bis orangebraune Eule mit fein gestrichelter Oberseite und grob längsgestrichelter Unterseite. Auffallend lange Federohren, die meistens sichtbar, manchmal aber auch angelegt sind. Gesichtsschleier orangebraun mit weissen "Brauen", Augen orange.
Im Flug helle Flügelunterseite sichtbar mit schwarzem Komma und fein schwarz gestrichelten äusseren Handschwingen (vergleiche komplett schwarze Handschwingenspitzen der Sumpfohreule).


Größe

35cm - 37cm


Spannweite

90cm - 100cm


Gewicht

210g - 330g



Nahrung

Mäuse, Kleinvögel, kleine Säugetiere


Fortpflanzung

Waldohreulen erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Anfänge der Paarungszeit liegen bereits im späten Herbst oder im frühen Winter. Zu diesem Zeitpunkt suchen die Männchen in ihren Revieren nach brauchbaren Nestern von Krähen oder anderen größeren Vögeln. Ein solches Nest dient dann im zeitigen Frühjahr als zentraler Balzplatz. Für die Balz hält ein Männchen in seinem Revier meist mehrere Nester auf Vorrat, denn am Ende entscheidet das Weibchen, in welchem Nest gebrütet wird. Neben Nestern hoch oben in Bäumen kann es in seltenen Fällen auch zu Bodenbruten kommen. Die Waldohreule ist in dieser Richtung recht flexibel. Waldohreulen führen fast ausschließlich eine monogame Ehe. Zu Beginn der Balz trägt ein Männchen seinen Gesang von einer exponierten Ansitzwarte aus vor. Zur Balz gehören auch Balzflüge, die in größerer Höhe in engen und weiteren Bahnen um das eigene Revier vorgetragen werden. In der Nähe des Horstes gehen die Balzflüge auch mit Flügelklatschen einher. Zeigt ein Weibchen Interesse, so führt das Männchen seine Nester als mögliche Brutplätze vor. Um dem Weibchen die Entscheidung zu erleichtern, kommt es seitens des Männchen auch zu einer Übergabe von Beutetieren in Form von zumeist kleinen Nagetieren. Ist das Weibchen paarungsbereit, so fliegt sie in die Nähe des Männchens, duckt sich leicht und spreizt ihre Flügel leicht. Ihre Schwanz hält sie dabei auffordernd in der Horizontalen. Dies ist das Zeichen für das Männchen und er hüpft auf das Weibchen. Die Balz endet in der Kopulation. Nach der Kopulation geht es seitens des Weibchens an der Auswahl eines geeigneten Nestes. Das ausgesuchte Nest wird aufgefrischt und für die Eiablage vorbereitet. Zur Eiablage kommt es in den gemäßigten Regionen meist ab Ende März oder im Laufe der ersten Aprilhälfte. Das Weibchen legt zwischen vier und sechs Eier, die sie im Abstand von gut zwei Tagen ablegt. Die Eier werden ausschließlich vom Weibchen gewärmt. Durchschnittlich erstreckt sich das Wärmen der Eier über einen Zeitraum von etwa 27 bis 28 Tagen. Nach dem Schlupf beteiligt sich auch das Männchen an der weiteren Aufzucht. Zuvor hat er während der Zeit, in der das Weichen die Eier gewärmt hat, für Ordnung im Revier gesorgt. Beutetiere werden in den ersten Tagen nur vom Männchen beigebracht, die dann vom Weibchen in kleine Häppchen zerteilt und dann an den Nachwuchs verfüttert werden. Später, wenn die Küken groß genug sind, erhalten sie auch direkt vom Männchen Nahrung, jedoch nur in Form von ganzen Mäusen. Der Nachwuchs wird in den ersten beiden Lebenswochen vom Weibchen gehudert. Danach zeigen sie ihr erstes Jugendgefieder und müssen nicht mehr gewärmt werden. Gerade geschlüpfte Küken wiegen durchschnittlich 15 bis 17 Gramm. Ihr erstes Dunengefieder bedeckt die Küken nur spärlich und reicht nicht aus sie warm zu halten, jedoch sind bereits beim ersten, sehr hellen Dunengefieder die Federohren ansatzweise zu erkennen. Das Zwischengefieder ist deutlich dunkler. Zu diesem Zeitpunkt öffnen die Küken auch erstmals ihre Augen. Auf eigenen Füßen stehen sie erst Ende der zweiten Lebenswoche. In der vierten Lebenswoche sind die Jungvögel schon recht agil und klettern in der Nähe des Nestes in den Ästen umher. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungeulen im Alter der fünften, spätestens in der sechsten Lebenswoche. Je nach Verbreitungsgebiet, vor allem je nach Vorhandensein von Fleischfressern liegt der Bruterfolg zwischen 50 und 80 Prozent. Das erste Lebensjahr erreicht meist nur knapp 50 Prozent der flugfähig gewordenen Jungeulen.


Feinde

Uhu, Habicht, Krähe, Bussard, Mensch, Hund, Fuchs


Alter

ca.15 Jahre


Zugvogel

Die Waldohreule ist ein Standvogel und Kurzstreckenzieher.


Besonderheit

Es gibt 5 Unterarten


Lebensraum

offene Landschaften, lichte Wälder, Sümpfe, Heidelandschaft


Verbreitung

Europa, Asien, Nordamerika, Afrika


Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJZW


Bestand und Gefährdung
Die Waldohreule wird in der Roten Liste des IUCN als nicht gefährdet geführt.

Es gibt in Deutschland etwa 26.000 - 43.000 Brutpaare.