Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

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Stockente

Anas platyrhynchos



Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)


Familie: Entenvögel (Anatidae)


Unterfamilie: Anatinae


Tribus: Schwimmenten (Anatini)


Gattung: Eigentliche Enten (Anas)


Art: Stockente (Anas platyrhynchos)



Aussehen

Die Stockente hat in allen Federkleidern ein blau schillernden, schwarz-weiss eingerahmtem Flügelspiegel. Die Beine sind orange.


Prachtkleid:

Grün schillernder Kopf, weisses Halsband, braune Brust, gelber Schnabel mit schwarzem Nagel.


Adult:

Braun mit dunklen Flecken und Stricheln, dunkelbrauner Scheitel und Augenstreif, Schnabel dunkel mit unregelmässig orangen Seiten.


Schlichtkleid:

Fast wie Weibchen, aber mit gelbem Schnabel.



Größe

50cm - 65cm


Spannweite

81cm - 98cm


Gewicht

850g - 1400g



Nahrung

verschiedene Sorten von Pflanzen, Sämereien, Schnecken, Würmer, Frösche


Fortpflanzung

Die Standvögel unter den Stockenten verpaaren sich in der Regel bereits im Herbst, während die Paarbildung der Zugvögel überwiegend erst im Frühjahr stattfindet. Bei den meisten Populationen besteht außerdem ein Überhang an Männchen. Dies führt dazu, dass Stockenten während der Paarungszeit sehr unruhig sind und durch die häufigen Reihflüge auffallen.  Eine Besonderheit bei den Stockentenerpeln ist, dass sie in ihrer Kloake einen ausstülpbaren, spiralig gewundenen Penis besitzen. Er tritt bei etlichen Entenarten auf und stellt im stammesgeschichtlichen Sinn eine Analogie zum Penis der Säugetiere dar. Kennzeichnend für Stockenten ist eine ausgedehnte Gemeinschaftsbalz mehrerer Erpel, kurz nachdem diese im Frühherbst ihr Prachtkleid angelegt haben. Diese Form der Balz hat keine Bedeutung im Sinne eines Begattungsvorspiels, sondern trägt zur Gruppenbildung artgleicher Tiere bei, die dann die Paarbildung erleichtert. Nach diesem Gemeinschaftsbalz mehrerer Erpel verpaaren sich Stockenten erstmals locker. Nach der Verlobungszeit, die neben dem „Antrinken“ und dem Vertreiben anderer Erpel vor allem am Hintereinander- und Nebeneinanderherschwimmen beobachtet werden kann, findet die jährliche Partnersuche, die Reihzeit, im Januar bis Anfang Februar statt. Reihzeit heißt die Balz, weil sich mehrere Erpel hinter den wenigen Weibchen „einreihen“. Sehr häufig sind bei Stockenten auch sogenannte Reihflüge zu beobachten, bei denen mehrere Männchen einem Weibchen folgen. Stockenten verfügen zwar über ein umfangreiches Balzrepertoire, im Wettkampf der Erpel um die Weibchen wird dieses jedoch häufig nicht gezeigt. Häufig werden Weibchen von mehreren Männchen begattet, ohne dass das übliche Balzzeremoniell vorangeht. Gemeinsam suchen die Paare einen Nistplatz, der an einer Uferböschung, aber manchmal auch bis zu zwei, drei Kilometer vom Wasser entfernt liegen kann. Stockenten sind bei der Wahl des Neststandortes ausgesprochen vielseitig. In Niederungsgebieten finden sich die Nester überwiegend im Grünland, an Seen mit ausgeprägten Vegetationsgürteln in der Ufervegetation und an Waldseen im Wald. Im Überschwemmungsgebiet der Warthe in Polen bauen Stockenten ihre Nester überwiegend in Bäumen. In Wäldern brüten sie an Baumstümpfen, sie nehmen aber auch Baumhöhlen an und brüten auch in alten Krähen-, Elster- und Greifvogelnestern. Das Nest selbst ist eine einfache, flache Mulde, die vom Weibchen in den Untergrund gedrückt und mit groben Halmen ausgepolstert wird. Nach dem Nestbau, mit dem Beginn der Brut, verlässt der Erpel die Ente ‒ eine Verhaltensweise, die sich als Anpassung an seine auffällige Gefiederfärbung deuten lässt. Die Weibchen brüten einmal im Jahr ein Gelege von 7 bis 16 Eiern 25 bis 28 Tage lang aus, wobei sie ab März täglich jeweils ein Ei legen. Bleiben die ersten vier offen zurückgelassenen Eier von Gelegeräubern unbeeinträchtigt, so legt die Ente weiter in dieses Nest und deckt die Eier beim kurzzeitigen Verlassen des Nestes nun ab. Drei Tage vor dem Schlüpfen beginnt das Küken zu piepen.  Enten sind Nestflüchter. In den ersten Stunden ihres Lebens laufen sie demjenigen nach, den sie zuerst erblicken. Das ist im Normalfall die Mutter. Diese Form der Interaktion von Lernen und angeborenem Verhalten heißt Prägung und ist bei Nestflüchtern ein entscheidender Bestandteil des Fortpflanzungszyklus. Nach acht Wochen können die Jungenten fliegen. Etwa 50 bis 60 Tage lang bleibt die Ente auch noch mit den flüggen Küken in einem Schoof, einer Enten-Gelegefamilie zusammen.



Feinde

Seeadler, Fuchs, Vogelgrippe, Mensch, Hecht, Greifvögel, Möwen


Alter

ca.20 Jahre



Zugvogel

Die Stockente ist ein Standvogel und Kurzstreckenzieher.


Besonderheit

Es gibt 4 Unterarten



Lebensraum

Meeresküsten, Seen, Fliessgewässer, Feuchtgebiete, Kulturland, Siedlungen


Verbreitung

Europa, Asien, Nordamerika, Australien (eingebürgert), Neuseeland (eingebürgert)



Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJZW



Bestand und Gefährdung

Die Stockente wird in der Roten Liste des IUCN als nicht gefährdet geführt.

Es gibt in Deutschland etwa 190.000 - 345.000 Brutpaare.



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