Ornitohlogische Fotos und Steckbriefe zu verschiedenen Vogelarten

 

 
 


Spießente

Anas acuta




Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)


Familie: Entenvögel (Anatidae)


Unterfamilie: Anatinae


Tribus: Schwimmenten (Anatini)


Gattung: Eigentliche Enten (Anas)


Art: Spießente (Anas acuta)

 


Aussehen

Die Spießente ist eine relativ schlanke elegante Schwimmente. Verlängerte mittlere Steuerfedern (Schwanzspiess), am auffälligsten beim Männchen im Prachtkleid.


Prachtkleid

Brauner Kopf und Hals mit schmalem, aus der weissen Brust laufendem weissem Streif auf den Halsseiten, Körper überwiegend grau, langer Schwanzspiess.


Adult

Überwiegend braun gemustertes Gefieder, Kopf ungemustert zimtbraun, Schnabel dunkel, angedeuteter Schwanzspiess.


Schlichtkleid

Ähnlich Weibchen, aber mit zweifarbig graublau-dunklem Schnabel.


Ähnliche Vogelarten

Stockente, Schnatterente


Größe

60cm - 72cm


Spannweite

95cm


Gewicht

800g - 1200g


Nahrung

Wasserpflanzen, Algen, Sämereien


Fortpflanzung

Beide Geschlechter erreichen ihre Fortpflanzungsfähigkeit am Ende ihres ersten Lebensjahres. Der größte Teil der Weibchen brütet allerdings erstmals gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Die Paarbildung beginnt bereits während des Winterzuges zurück in die Brutgebiete. Brutpaare kommen immer nur für eine Brutperiode zusammen. Der Erpel umwirbt das auf dem Wasser schwimmende Weibchen, indem er sich hier mit gesenkten Kopf und angehobenen Schwanzfedern nähert. Dabei lässt er fortwährend seine Balzrufe erklingen. Die Paarung findet auf dem Wasser statt. Das Weibchen signalisiert seine Paarungsbereitschaft, in dem es tiefer mit seinem Körper ins Wasser eintaucht. Das Männchen reagiert darauf mit einem erregten Kopf-Aufstoßen, bei dem der Kopf bei waagrecht gehaltenem Schnabel hochgereckt wird, und besteigt schließlich das Weibchen. Gelegentlich sind bei Spießenten sogenannte Reihflüge zu beobachten. In Phasen einer noch stattfindenden Paarbildung kommt es zu solchen Reihflügen, wenn mehrere Erpel ein Weibchen bedrängen, das Weibchen auffliegt und die Männchen ihr folgen. Die Brutzeit liegt zwischen April und Juni und beginnt unmittelbar nach dem Frostaufbruch der Brutgewässer. Die Zeitdauer, die zwischen Ankunft im Brutgebiet und dem Brutbeginn liegt, ist abhängig von der jeweiligen Verbreitungsregion. Das Nest wird nur vom Weibchen am Boden gebaut. Es befindet sich in der Regel in der Riedzone auf einer trockenen Erhebung. Vor allem in Steppen- und Trockenrasenregionen brüten Spießenten mitunter auch in einer Entfernung vom Wasser, die mehrere Kilometer betragen kann. Die meisten Nester finden sich jedoch nicht mehr als 100 Meter vom nächsten Gewässer entfernt. Das flache Nest besteht aus Pflanzenmaterial und ist mit Daunen ausgepolstert. Ein Gelege besteht aus acht bis zwölf hellgrünen Eiern. Das Weibchen legt etwa ein Ei pro Tag. Wird das Gelege zerstört, ist das Weibchen bis etwa Ende Juli in der Lage, ein Ersatzgelege zu legen. Brut und Aufzucht der Jungen erfolgt allein durch das Weibchen. Die Erpel halten sich zunächst noch in Nestnähe auf. Mit dem Fortschreiten der Brutperiode wird die Paarbindung zwischen Erpel und Weibchen zunehmend lockerer. Die Erpel schließen sich zunehmend anderen Erpeln an und ziehen schließlich in Richtung der Mauserplätze ab. Das Weibchen bebrütet das Gelege etwa 22 bis 24 Tage. Die frisch geschlüpften Dunenküken werden nach dem Schlupf vom Weibchen zum nächsten Gewässer geführt, wo sie die ersten Wochen von Insekten leben, die sie von der Wasseroberfläche abpicken. Die Küken sind nach 46 bis 47 Tagen flügge. Sie verbleiben allerdings in der Regel bei dem Muttervogel, bis dieser die Mauser vollständig durchlaufen hat. Etwa zwei von vier geschlüpften Küken überleben die ersten zwei Lebenswochen. Nur jedes vierte Küken dagegen wird auch flügge. Das maximale Lebensalter, das für eine Spießente bislang nachgewiesen werden konnte, beträgt 27 Jahre und fünf Monate.


Feinde

Mensch, Großmöwen, Ratten, Marder, Fuchs, Greifvögel, Rabenvögel


Alter

ca.25 Jahre


Zugvogel

Die Spießente ist überwiegend ein Kurzstreckenzieher.


Besonderheit

Bei Beringungsfunden konnte man belegen das eine Vielzahl den Atlantik und Pazifik überqueren und auch strecken von ca.560 km in der Nacht zurück legen können. Trotz des großen Verbreitungsgebietes weist diese Art keine Unterarten auf.


Lebensraum

Feuchtgebiete, Sumpfgebiete, Moore, Teiche, Seen, Meeresküsten, Tundra mit Wasser in der Nähe


Verbreitung

Europa, Asien, Nordamerika, Afrika


Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember. Die beste Zeit ist von Februar bis Mai.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BZW


Bestand und Gefährdung

Die Spießente wird in der Roten Liste des IUCN als gefährdet geführt.

Es gibt in Deutschland etwa 30 - 40 Brutpaare.