Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

Hobby

 
 

Mittelspecht
Leiopicus medius


 Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)


Familie: Spechte (Picidae)


Unterfamilie: Echte Spechte (Picinae)


Gattung: Leiopicus


Art: Mittelspecht (Leiopicus medius)



Aussehen

Zeigt in allen Kleidern eine auffällige, knallrote Kopfplatte. Schwarzer Bartstreif erreicht den Schnabel nicht, ausserdem weisse Lücke zwischen schwarzem Nacken und schwarzen Halsseiten. Unterseite hell mit dunkler Längsstrichelung, Unterschwanz rosa.


Größe

20cm - 22cm


Spannweite

33cm - 34cm


Gewicht

50g - 80g



Nahrung

Würmer, Larven, Käfer, Ameisen, Insekten, Sämereien


Fortpflanzung

Mittelspechte werden am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Sie führen eine weitgehend monogame Brutsaisonehe. Die Partnerschaft wird nach der Brutsaison loser, dürfte aber häufig locker auch über den Winter weiter bestehen und zur Hauptbalzzeit erneuert werden. Schon Ende Januar, häufiger aber im Februar und verstärkt im März, streift das Männchen mit lauten Quäk-Rufen durch sein Nahrungsrevier. Nähert sich ein Weibchen, intensiviert das Männchen das Quäken und umfliegt es in einem auffälligen Flatterflug. Danach lockt es das Weibchen zu vollendeten oder begonnenen Höhlen, die durch Klopfen angezeigt werden. Dabei sind die Federn der roten Kopfplatte gesträubt. Das Weibchen inspiziert die Höhlen und kann bald durch eine geduckte Körperhaltung zu einer Kopulation auffordern. Der Mittelspecht zimmert seine Höhlen ausschließlich in Bäumen mit weichen Hölzern wie etwa Pappeln, Weiden oder Erlen, beziehungsweise in solchen, die bereits durch Pilzbefall stark geschädigt sind. Oft werden die Höhlen auch in stehendem Totholz angelegt. Charakteristisch für Mittelspechthöhlen ist ihre häufige Lage in starken, horizontalen Seitenästen, wobei sich das Einflugloch oft auf der Unterseite des Astes befindet, oder die Lage unter der baldachinartigen Abdeckung durch einen Baumpilz, wie etwa einem Zunderschwamm. An der Höhle bauen beide Partner, das Männchen allerdings häufiger und ausdauernder als das Weibchen. Die Höhlentiefe liegt bei einer Breite von etwa 12 Zentimetern zwischen 20 und 35 Zentimetern, das Einschlupfloch ist annähernd rund und misst zumindest 34 Millimeter. Mittelspechthöhlen liegen meist in Höhen zwischen 5 und 10 Metern. Die Bauzeit beträgt mindestens eine Woche, meist aber zwei bis 4 Wochen. Gelegentlich werden Buntspechthöhlen adaptiert, alte eigene wiederverwendet oder die des Kleinspechtes erweitert. Die Eiablage beginnt frühestens Anfang April. Die Gelege bestehen aus 5–6 ovalen, reinweißen und glänzenden Eiern. Die feste Brut beginnt nach Ablage des letzten Eies, vorher werden die Eier nur vor dem Auskühlen geschützt. Beide Geschlechter brüten zu etwa gleichen Teilen, wie bei allen Spechten das Männchen während der Nacht. Bei frühem Gelegeverlust kommt es zu einer Ersatzbrut, im Normalfall brüten Mittelspechte nur einmal pro Jahr. Nach frühestens 10 Tagen schlüpfen die Jungen, meist aber erst am 12. oder 13. Tag nach Brutbeginn. Die Nestlingszeit schwankt zwischen 20 und 24 Tagen, in der sie von beiden Eltern etwa zu gleichen Teilen versorgt werden. Den Abtransport der Fäzes scheint allerdings nur das Männchen zu besorgen. Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel schnell von der Bruthöhle weggelockt und oft in zwei Gruppen geteilt noch bis zu zwei Wochen von einem Elternteil betreut, bevor sie weitgehend selbständig sind und in die nähere Umgebung dismigrieren. Zum Bruterfolg gibt es nur wenige größere Untersuchungen. Bei 35 untersuchten Bruten in der Nordschweiz flogen durchschnittlich 2,3 Junge aus. Eine bedeutend höhere Ausfliegrate mit 5,2 Jungen wurden bei einer kleinen Untersuchung in Südwestrussland festgestellt.



Feinde

Mensch, Falken, Sperber, Eulen, Marder


Alter

ca.10 Jahre



Zugvogel

Der Mittelspecht gehört zu den Standvögeln.


Besonderheit

Es gibt 4 Unterarten


Lebensraum

Wäldern


Verbreitung

Europa, Asien


Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJ


Bestand und Gefährdung
Der Mittelspecht wird in der Roten Liste des IUCN als nicht gefährdet geführt.

Es gibt in Deutschland etwa 27.000 - 48.000 Brutpaare.