Ornitohlogische Fotos von R.Ostrowski

Hobby

 
 

Eisvogel
Alcedo atthis


 

Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes)


Familie: Eisvögel (Alcedinidae)


Unterfamilie: Eigentliche Eisvögel (Alcedininae)


Gattung: Alcedo


Art: Eisvogel (Alcedo atthis)



Aussehen

Unverwechselbar. Unterseite und Füsse kräftig orange, Oberseite türkis- bis eisblau, langer, kräftiger, spitzer Schnabel.


♂ Adult:

Schnabel komplett schwarz


♀ Adult:

Hell orangerosa Unterschnabelbasis, Färbung generell etwas matter als Männchen.


Immatur:

Unterseite etwas dunkler rostorange, Füsse dunkel.


Größe

16cm - 17cm


Spannweite

24cm - 26cm


Gewicht

40g - 45g

 


Nahrung

Fisch, Kaulquappen, Molche, kleine Frösche, wirbellose Tiere


Fortpflanzung

Im Winter und außerhalb der Paarungszeit leben Eisvögel einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier energisch. Dieses Verhalten ändert sich zur Paarungszeit. Die Paarbildung erfolgt bereits sehr früh im Jahr. Eisvögel leben für gewöhnlich in einer saisonalen Einehe, wobei es durchaus vorkommen kann, dass sich dieselben Vögel in aufeinanderfolgende Brutzeiten zusammen finden. Im folgenden Jahr kann es daher durchaus sein, dass die beiden Altvögel sich erneut verpaaren. In Regionen hoher Siedlungsdichte kann es zur Bigamie kommen, wobei ein Männchen mit 2 Weibchen lebt. Die Balz ist meist im Verlaufe des April vorbei und die einzelnen Pärchen haben sich gefunden. Die Geschlechtsreife erreichen Eisvögel gegen Ende des ersten Lebensjahres. Während der Balz zeigen sowohl Männchen als auch Weibchen Imponiergehabe. Die Balz ist geprägt durch Balzflüge des Männchens, Vorzeigen von adäquaten Nistwänden sowie dem Darreichen von kleinen Fischchen. Es kommt auch zu kleineren Verfolgungsflügen. Die schnellen Jagden ähneln dabei durchaus dem Aggressionsverhalten. Die Verfolgungsflüge erfolgen meist in niedriger Höhe. Bereits kurz nach der Paarbildung erfolgt die Suche nach einem adäquaten Nistplatz. Eisvögel bauen keine Nester oder ähnliches, sondern legen in einer steil ansteigenden Uferböschung Höhlen an. Es handelt sich meist um Ufer mit lehmiger oder toniger Erde. Meist werden die Höhlen an senkrecht aufsteigenden und vegetationsfreien Uferböschungen angelegt. Die Nesttunnels entstehen in der Regel an Ufern von Flüssen oder Bächen. Ein Erdbau wird von einem Eisvogelpärchen jährlich neu angelegt. Eine zweite oder dritte Brut in einer Saison wird jedoch im gleichen Erdbau groß gezogen. Ist ein passender Nistplatz ausgewählt, so beginnt der Grabvorgang. In der Regel beginnt das Männchen mit den ersten Grabaktivitäten. Gegraben wird sowohl mit dem Schnabel, vor allem in der ersten Phase, als auch mit den Füßen, wenn der Gang entsprechend begehbar ist. Es entsteht zunächst eine leichte Vertiefung, an der sich die Eisvögel halten können. Ähnlich den Spechten pickt das Pärchen nun mit dem Schnabel in der losen und weichen Erde. Auch wenn sich ein Pärchen die Arbeit teilt, so ist festzustellen, dass ein Männchen ein wenig intensiver an dem Erdbau gräbt. Ist der Bau vom ersten Teil der Röhre gelungen, gestaltet sich die weitere Arbeit leichter. Mit dem stummelartigen Schwanz wird die lose Erde aus der Röhre geschoben. An dem Bau arbeitet aus Platzgründen immer nur ein Vogel. Der ruhende Vogel ist jedoch keineswegs untätig. Er hält vor dem Bau Ausschau nach Gefahren. Die Bauaktivitäten beginnen bereits in den frühen Morgenstunden und erstrecken sich bis in den Abend. Die Grabaktivitäten sind immer durch kleinere oder größere Fresspausen unterbrochen. Die Röhre des Erdbaues reicht meist 50 bis 70 Zentimeter tief in eine Steilwand. Die Bauten entstehen in durchschnittlicher Höhe von 150 Zentimeter oberhalb der Wasseroberfläche. Der Tunnelbau erfolgt in einem 90° Winkel zum Ufer. Im weiteren Verlauf hat der Gang einen Anstieg von rund 10°. Der Durchmesser eines Tunnels liegt bei 6 bis 7 Zentimeter. Am Ende des Tunnels erfolgt der Bau einer kolbigen Nistkammer. Die Kammer ist meist 12 bis 14 Zentimeter lang und gut 10 Zentimeter breit. Der Boden der Kammer wird leicht ausgehöhlt, so dass die Eier nicht hinaus rollen können. Eine Auspolsterung des Nestes erfolgt nicht. Die Eier werden auf den nackten Boden gelegt. Je nach Bodenbeschaffenheit erstreckt sich der Bau der Nisthöhle über 8 Tage bis 8 Wochen. Die Eier der Eisvögel weisen eine weißliche Färbung auf. Dies ist typisch für alle Vogelarten, die in Höhlen brüten und so auf eine Tarnung nicht angewiesen sind. Unmittelbar nach der Eiablage ist ein Ei noch relativ zerbrechlich und zart rosa gefärbt. Die Rosafärbng ergibt sich jedoch aus der schwachen Transparenz der Eier. Bereits kurz nach der Ablage ändert sich die Färbung in ein reines Weiß. Ein Gelege besteht üblicherweise aus 6 bis 7 Eiern. In der Literatur ist von einer Spanne von 3 bis 10 Eiern die Rede. Die Eiablage beginnt in den meisten Regionen Ende März und kann sich bis Ende April erstrecken. Ein Weibchen legt pro Tag 1 Ei, wobei die Eiablage meist in den frühen Morgenstunden stattfindet. Mit dem Bebrüten des Geleges wird erst begonnen, wenn das letzte Ei abgelegt ist. So wird sichergestellt, dass alle Küken zeitnah innerhalb eines Tages schlüpfen. Um das Bebrüten der Eier kümmern sich beide Altvögel. Jeder Vogel brütet rund 1,5 Stunden, dann erfolgt ein Wechsel. Das Weibchen verbringt üblicherweise mehr Zeit auf den Eiern. In der Nacht brüten überwiegend die Weibchen. Die Brutdauer erstreckt sich über 18 bis 21 Tage, der Schlupf aller Küken erfolgt innerhalb weniger Stunden. Sind die Küken geschlüpft, so werden die Eischalen von den Altvögeln aus der Höhle verbracht. Der Nachwuchs ist beim Schlupf unbefiedert, blind und ausgesprochen schwach. Sie können kaum ihren Kopf heben und die Haut ist zart rosa gefärbt. Der Unterschnabel der Küken ist etwas länger als der Oberschnabel. Die Nahrung der Küken und Jungvögel besteht aus kleinen Fischchen. Die Fischchen werden im Ganzen an die Brut verfüttert. Ab der zweiten Lebenswoche haben die Altvögel kaum noch Zeit den Nachwuchs zu hudern. Unabläßlich gehen sie auf Nahrungssuche, um den Nachwuchs mit Nahrung zu versorgen. Untersuchungen haben ergeben, dass jeder Jungvogel je nach Alter zwischen 12 und 18 kleinen Fischen pro Tag zu sich nimmt. Zu den Fischen für die Brut muss ein Altvogel auch noch gut 15 Fische für den eigenen Bedarf fangen. Insgesamt also eine Menge an Fischen von nicht selten über 50 Stück am Tag. Die hungrigen Jungvögel oder Küken treten immer in den Vordergrund wenn die Altvögel mit Nahrung kommen. Sind sie gesättigt, so treten sie in den hinteren Bereich der Brutkammer zurück. So ist sichergestellt, dass jeder Vogel ausreichend Nahrung bekommt. Zum Koten treten die Jungvögel an den Rand des Tunnels und spritzen hier ihren Kot ab. Der Kot läuft hier aufgrund des Gefälles von 10° nach außen. Im Zuge des Wachstums der Jungen wird es in der Nestkammer sehr eng. Die Fütterung erfolgt nunmehr am Tunneleingang - wahrscheinlich auch, weil der Gang stark mit Kot und Urin verschmutzt ist. Gegen Ende der Nestlingszeit drängen die Jungen immer mehr in den Tunnel und den Ausgang. Hier können die Jungen erstmals auch ihre Flügel ausbreiten. In dieser Entwicklungsstufe sind die Jungen fast so groß wie die Altvögel und in der Brutkammer wird es eng. Die Nestlingszeit erstreckt sich über 24 bis 25 Tage. Mit dem Verlassen des Nestes weisen die Jungvögel die gleiche Färbung und Zeichnung wie die adulten Vögel auf. Das Gefieder erstrahlt jedoch noch nicht im vollen Glanz. Nachdem die Jungen das Nest verlassen haben, werden sie in den nächsten 2 bis 4 Tagen von den Eltern gefüttert. Danach sind die Jungen selbständig. Etwa eine Woche nach dem Ausfliegen der Jungen beginnen die Eltern für gewöhnlich mit der zweiten Jahresbrut.



Feinde

Hecht, Wiesel, Sperber, Ratten, Mensch


Alter

ca.10 Jahre



Zugvogel

Der Eisvogel ist ein Standvogel und Kurzstreckenzieher.


Besonderheit

Es gibt 7 Unterarten


Lebensraum

Fliesende und stehende klare Gewässer


Verbreitung

Europa, Asien, Afrika


Beobachtungszeitraum

Von Januar bis Dezember.

Jahresbeobachtungen


Status Code

BJZW


Bestand und Gefährdung
Der Eisvogel wird in der Roten Liste des IUCN als nicht gefährdet geführt.

Es Gibt in Deutschland etwa 9.000 - 14.500 Brutpaare.